Digitalisierung in der Pflegeausbildung durch Lernen mit VR

Digitalisierung in der Pflegeausbildung: So geht Lernen mit VR

Digitalisierung in der Pflegeausbildung: TRIBOOT Technologies programmiert für die Berufsschule Aschaffenburg eine maßgeschneiderte VR App.

Wie TRIBOOT mit einer VR App die Digitalisierung in der Pflegeausbildung vorantreibt

Herzlich Willkommen zusammen! Es geht heute um die Digitalisierung in der Pflegeausbildung, wir wollen dazu gemeinsam herausfinden, inwieweit eure VR-App “Die totale Immersion in der Pflege” die Auszubildenden in ihrer Tätigkeit unterstützt und wie der Entwicklungsprozess in der Zusammenarbeit genau ablief. Dazu heiße ich herzlich Peter Seydel und Issa Pourgholam von TRIBOOT willkommen.

Issa, wie muss man sich das vorstellen, wie kam es dazu, dass ihr eine App für die Pflegeausbildung entwickelt habt? 

Issa Pourgholam: Die Berufsschule Aschaffenburg ist durch unser VR Anatomie Lab auf uns aufmerksam geworden. Der Schulleiter kam dann schließlich auf uns zu, weil er nach einer maßgeschneiderten Lösung für seine Berufsschule suchte. Er hatte sich bereits viele Apps angeschaut und sogar auch mit Apple gesprochen, jedoch passte nichts zu seiner konkreten Vorstellung, die er bereits hatte.

Was waren denn seine konkreten Vorstellungen und wie konntet ihr genau helfen?

Issa Pourgholam: Der Schulleiter war auf der Suche nach einer Lösung für das Problem, dass in der Pflegeausbildung bestimmte Themen häufig nur angelernt werden. Unter dem Mangel von Zeit und anderen Ressourcen leidet eben häufig die praktische Erfahrung. 

Er wünschte sich ein gutes, standardisiertes Ausbildungsverfahren, was individuell durchlaufen werden kann. In dem Zuge ging es also auch um die Erforschung, inwieweit Virtual Reality in der Pflegeausbildung unterstützen kann. 

Unter dem Mangel von Zeit und anderen Ressourcen leidet eben häufig die praktische Erfahrung.

Die Digitalisierung in der Pflegeausbildung ermöglicht das virtuelle Lernen alltäglicher Lerninhalte, wie zum Beispiel Zähne das putzen

Die Digitalisierung in der Pflegeausbildung ermöglicht das virtuelle Lernen alltägliche Lerninhalte, wie zum das Beispiel Zähne putzen.

Welche Vereinfachung kann die Digitalisierung in der Pflegeausbildung liefern?

Ihr habt dann speziell für die Berufsschule eine VR App entwickeln können, die diesen Anforderungen entspricht. Könnt ihr erklären, welche Vereinfachung die App im Zuge der Digitalisierung in der Pflegeausbildung genau liefert?

Peter Seydel: Die Vereinfachung ist zunächst einmal, dass die App das Pflegezimmer in die virtuelle Realität überträgt und somit also die komplette Umgebung, in der die Ausbildung in der Simulation stattfinden kann, liefert.

So sind die Lerninhalte unabhängig von Zeit und Ort abzurufen. Und das ist wichtig, denn in der Realität ist es häufig so, dass nicht immer in einem echten Pflegezimmer geübt werden kann.

Wie können wir uns das Pflegezimmer denn vorstellen, was sieht der Auszubildende genau?

Im Pflegezimmer haben wir zum einen die typischen Ausstattungsmöglichkeiten wie ein Pflegebett, eine Sitzecke und ein kleines Badezimmer. Es werden aber auch alltägliche Situationen dargestellt, die der Auszubildende dann durchlaufen kann, wie beispielsweise Ankleiden, Waschen, Essen, Trinken und Zähneputzen.

Das Besondere daran ist, dass die Auszubildenden die virtuelle Realität im MultiPlayer-Modus erleben: Eine Person verkörpert den Pfleger und der andere ist die zu pflegende Person. Diese erfährt mithilfe der VR App tatsächlich auch die entsprechenden Handicaps, mit der ein Mensch im entsprechenden Alter umgehen muss. 

Digitalisierung in der Pflegeausbildung: Pflegezimmer zeigt wie in der Pflege Virtual Reality eingesetzt werden kann

Der Auszubildende betritt virtuell die Pflegesimulation.

Lernen mit VR macht es möglich: Altersbedingte Einschränkungen selbst erleben

Welche altersbedingten Einschränkungen meinst Du zum Beispiel?

Issa Pourgholam: Allgemein gibt es Einschränkungen im Hören, das bedeutet beispielsweise überproportionale Nebengeräusche, die es schwierig machen, dass man sich auf eine Stimme konzentrieren kann. 

Aber auch visuelle Einschränkungen wie Grauer Star, Tinnitus, Lichtempfindlichkeit und Unschärfe sind wählbar. Man kann das durch die App dann individuell regeln, sodass sich verschiedene Stadien erleben lassen. 

Peter Seydel: Hinzu kommt noch ein sogenannter Alterssimulationsanzug, der die Immersion weiter vorantreibt. Der Anwender erlebt dadurch Einschränkungen in seiner Bewegung, die typischerweise im Alter auftreten. 

So lernt der Auszubildende eben auch direkt, wie wichtig die Hilfe für die Person ist. Sowas kann man sich als junger gesunder Mensch vielleicht erstmal gar nicht vorstellen.

Sowas kann man sich als junger gesunder Mensch vielleicht erstmal gar nicht vorstellen.

Das nötige Fingerspitzengefühl

Das stimmt. Und der Pfleger lernt die wichtigen Schritte im Pflegeablauf, verstehe ich das richtig? Wie habt ihr das genau umgesetzt?

Issa Pourgholam: Genau, der Pfleger lernt in der Simulation die zu pflegende Person zu unterstützen, sei es beim Anziehen, beim Essen und Trinken oder auch nur beim Einschalten des Lichts. 

Das Ganze haben wir in ein Aufgabensystem eingebettet und am Ende müssen beide Personen diese Aufgaben durch eine realitätsgetreue Interaktion lösen.

Das klingt ziemlich komplex, gab es Herausforderungen bei der Entwicklung?

Peter Seydel: Rein technisch reden wir ja von einer Anwendung. Das heißt, es muss ein Szenario ausgewählt werden, man muss Einstellungen vornehmen etc. Dafür braucht es ein gewisses Fingerspitzengefühl, um die Balance zwischen realistischer Handlung und Bedienung der App zu treffen. 

Für erfahrene VR Benutzer und VR Softwareentwickler ist das natürlich kein Thema. Die eigentliche Kunst ist es daher vielmehr, Nutzer, die bisher keine Erfahrung mit VR haben, zu überzeugen. Issa war dafür auch vor Ort und konnte sich direkt mit unseren Ansprechpartnern darüber austauschen.

Pflege Virtual Reality: Flur

Der Nutzer der VR App kann in der virtuellen Lobby verschiedene Räume betreten, die unterschiedliche Szenarien darstellen.

Der didaktische Mehrwert

Was kam dann bei diesem Gespräch heraus?

Issa Pourgholam: Bei dem Gespräch ging es darum, die Idee des Schulleiters und unsere entsprechende Umsetzung den Lehrern vorzustellen, da diesen ja die App auch letztendlich zur Verfügung gestellt wird. 

Im Laufe des Austauschs kam nun seitens der Lehrer der Kritikpunkt auf, dass der didaktische Mehrwert bisher fehlt.

Kannst Du uns das erklären, was die Lehrer damit meinten?

Issa Pourgholam: Ja, für das Fachgebiet der Berufsschule gibt es einen Leitfaden, dieser gibt vor, was genau beigebracht werden soll und das reine Erleben in VR war bis dahin noch nicht ausreichend. Es sollte also noch mehr Wissen vermittelt werden, welches konkret im Unterricht eingesetzt werden kann. 

Solche Kritikpunkte kommen meistens erst im Laufe des Entwicklungsprozesses heraus und es sind letztendlich wertvolle Aspekte, die die App am Ende im Ergebnis dann besser machen.

So kann in der Pflege Virtual Reality eingesetzt werden

Das regelmäßige Üben von Erste-Hilfe-Situationen bereitet die Pflegekräfte auf den Umgang mit Stress vor.

Erste Hilfe Maßnahmen effektiv mit VR lernen

Wie habt ihr die App dann dahingehend verbessert?

Issa Pourgholam: Es kam heraus, dass es zwei Themen gibt, die im Unterricht fokussiert werden: Zum einen das Duschen der Patienten und die Situation der ersten Hilfe. Für letzteres Szenario ist die Darstellung in der VR Umgebung sehr gut geeignet. Also haben wir dafür einen extra Raum entwickelt, in dem die Erste Hilfe am Patienten geübt werden kann.

Die Arbeit, die wir bis dato gemacht hatten und die Erweiterung mit dem Erste Hilfe Szenario hat letztendlich dazu geführt, dass wir unser Konzept soweit entwickelt haben, dass der Auszubildende in der Pflege die VR App nun in einer Lobby startet und von dort aus verschiedene Türen betreten kann, hinter sich die wichtige Bereiche in der Pflegeausbildung zum üben befinden.

Warum ist das üben von erste Hilfe Szenarien in der Pflegeausbildung so entscheidend?

Peter Seydel: Zunächst einmal steht die Patientensicherheit im Mittelpunkt, und das schnelle und korrekte Handeln in Notfallsituationen kann Leben retten oder den Gesundheitszustand erheblich verbessern. Die theoretische Kenntnis von Erste-Hilfe-Maßnahmen allein reicht nicht aus, daher ist das praktische Üben von solchen Szenarien unerlässlich, um diese Kenntnisse in die Praxis umzusetzen und ein besseres Verständnis zu entwickeln.

Eine gewisse Routine in solchen Situationen mindert ja auch das Stresslevel für den Auszubildenden. Was sind weitere Vorteile?

Peter Seydel: Genau, das regelmäßige Üben von Erste-Hilfe-Situationen bereitet die Pflegekräfte auch auf den Umgang mit Stress vor, der in Notfallsituationen häufig auftritt. So können die Pflegekräfte in stressigen Situationen ruhig und effektiv handeln. Außerdem unterstützt das Üben mit der VR-App die Teamarbeit, da die Auszubildenden nicht nur ihre individuellen Fähigkeiten verbessern, sondern auch lernen, effektiv mit anderen Fachkräften zusammenzuarbeiten.

Issa Pourgholam: Ein weiterer wichtiger Aspekt ist aber auch die Aktualisierung der Fertigkeiten. Medizinische Verfahren und Richtlinien können sich schließlich ändern, und regelmäßiges Üben stellt sicher, dass die Pflegekräfte stets auf dem neuesten Stand sind und die aktuellsten und effektivsten Techniken anwenden können.

Wie kann man in der Pflege Virtual Reality nutzen und die Digitalisierung in der Pflegebranche vorantreiben?

Die App kann in Zukunft noch um weitere Lerninhalte und Patientengruppen erweitert werden.

Digitalisierung in der Pflegeausbildung: die Zukunfstausichten

Dann hat der einstige Kritikpunkt ja zu einem tollen Aspekt geführt. Denn die App ist somit ja sehr gut erweiterbar, oder?

Peter Seydel: Genau, im Rahmen der Pflegereform dieses Jahr wurde die Pflegeausbildung ja auch auf mehrere Patientengruppen ausgedehnt. In Zukunft könnten also auch andere Patienten, wie beispielsweise Kinder oder Rehapatienten, dargestellt und auch unterschiedliche Ausbildungsstile geübt werden.

Wie geht es mit der App in Zukunft noch weiter?

Peter Seydel: Generell befinden wir uns mit der App derzeit in einer Testphase, in der wir zusammen mit der Berufsschule herausfinden, welche Lerninhalte mit VR gut funktionieren und welche nicht so gut. 

Das Ganze ist ein Förderprojekt für Berufsschule Aschaffenburg und es ist so gedacht, dass wenn es gut ankommt beim Land, dass das ganze weiterentwickelt wird. Das entscheidet sich bereits nächstes Jahr.

FAQs zur Digitalisierung in der Pflegeausbildung

Was bedeutet Digitalisierung in der Pflegeausbildung?

Die Digitalisierung in der Pflegeausbildung bezieht sich auf den Einsatz moderner Technologien und digitaler Werkzeuge, um Lehr- und Lernprozesse in der Pflegeausbildung effizienter und effektiver zu gestalten. Dies kann den Einsatz von E-Learning-Plattformen, Simulationen, virtuellen Schulungsmaterialien und anderen digitalen Ressourcen umfassen.

Welche Vorteile bietet die Digitalisierung für die Pflegeausbildung?

Die Digitalisierung in der Pflegeausbildung bietet mehrere Vorteile, darunter die Möglichkeit zur flexibleren und individualisierten Schulung, verbesserte Zugänglichkeit von Lernmaterialien, Integration von Simulationen für praxisnahe Erfahrungen sowie die Förderung von interaktiven Lernmethoden, um das Verständnis und die Anwendung von Pflegekonzepten zu verbessern.

Wie können Auszubildende von der Digitalisierung in der Pflegeausbildung profitieren?

Auszubildende können von der Digitalisierung in der Pflegeausbildung profitieren, indem sie auf vielfältige Lernmaterialien zugreifen, praxisnahe Erfahrungen in simulierten Umgebungen sammeln, ihren Lernfortschritt verfolgen und sich in interaktiven Schulungsformaten engagieren. Dies fördert eine effektive und individualisierte Lernumgebung, die ihre Ausbildungsbereitschaft und -kompetenz stärkt.

Sie möchten mehr über Preise, Möglichkeiten und die Umsetzung von Lernen mit VR in Ihrem Unternehmen erfahren? Dann sind Sie bei uns genau richtig.

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von Marlen Kothen

Als gelernte Online Marketing Managerin kümmere ich mich bei TRIBOOT Technologies um das Content Management und Marketing im Unternehmen.

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